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iNPUT 52 Januar 2018 - ACHTSAMKEIT

Verein Gordon-Training 19.12.2018

iNPUT

Achtsamkeit

Mitgliederzeitung Nr. 52, Januar 2018

Editorial

So, nun haben Sie es in den Händen, das neue iNPUT, welches sich, wie Sie schon auf der Titelseite gesehen haben, einem der Trendworte 2017 widmet:
der ACHTSAMKEIT.
Aber nicht nur in den Medien ist Achtsamkeit in aller Munde, sogar im Urlaub im Tirol wird frühmorgens Achtsamkeitsyoga gelehrt. Da passt es ja bestens, dass ich dieses Thema fürs neue iNPUT ausgewählt habe. Nun kann ich ergründen, was dahintersteckt. So schleiche ich mich frühmorgens, meine Kinder und mein Mann schlafen noch, aus dem Hotelzimmer Richtung Yogaraum.
Yoga kenne und liebe ich von zu Hause. Aber was hat es mit diesem Achtsamkeitsyoga auf sich? Ich komme im Yogaraum an. Einige Hotelgäste sind schon vor Ort, aber von der Trainerin - oder Achtsamkeitslehrerin oder wie man sie wohl genau nennt, weiss ich nicht, und eigentlich bin ich auch noch zu verschlafen, um darüber nachzudenken - ist noch nichts zu sehen.
Schade, ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Schöne Musik zum Einstimmen, vielleicht etwas Kerzenlicht und ein feiner Duft. Nichts dergleichen. Zwar ein schöner Raum, aber die vielen Sportgeräte und auch der etwas komische Geruch der Matten laden mich jetzt nicht gerade zum Entspannen ein. Auch nicht die Trainerin, die etwas gehetzt auf den letzten Drücker den Raum betritt und dann einen für mich nicht endenwollenden Monolog von sich gibt, was es mit der Achtsamkeit auf sich habe. Sie erklärt, woher die Lehre ursprünglich stammt und dass ihr das Wort Achtsamkeit nicht gefällt. Wieso haben Sie es denn in der Hotelpost als Achtsamkeitsyoga ausgeschrieben, frage ich mich. Für die Trainerin wirke das Wort Achtsamkeit so streng… wie Gehorsamkeit. Deswegen gefällt ihr Mindfullness viel besser und … und irgendwann höre ich nicht mehr richtig zu. Ich denke daran, dass ich eigentlich keinen Vortrag hören wollte. Ich mag es auch nicht, wenn im Deutschen ständig englische Worte gebraucht werden. Ich überlege weiter, dass Achtsamkeit doch nichts mit Gehorsamkeit zu tun hat, sondern mit Aufmerksamkeit und Achten oder Achtung, aufmerksam auf sich achten... Und das hatte ich mir für diese Yogastunde auch so vorgestellt: gezielt Zeit nehmen um aufmerksam auf mich zu achten und in mich hinein zu spüren…und das in Verbindung mit Yoga…
Nach einer gefühlten Ewigkeit hört die Trainerin auf zu sprechen und wir machen doch noch ein paar wenige Übungen, welche dem Yoga, welches ich zu Hause praktiziere, sehr ähnlich sind und keine neuen Erkenntnisse mit sich bringen.
Was ich aber mitgenommen habe aus dieser Stunde ist, dass ich es in mir habe, achtsam zu sein. Ich habe ganz viel wahrgenommen, Kerzen, Musik und Düfte, die ich vermisst habe und Bewegung. Zu viele Worte, die ich gehört, dann aber einfach ausgeblendet habe, ganz automatisch. Und die Erkenntnis, dass ich meinen Empfindungen und Bedürfnissen nur nicht immer gleichviel Raum gebe.
Und ich denke so geht es uns allen, unaufmerksam und gleichgültig gehen doch die wenigsten durchs Leben. Die Frage ist wohl eher, welchen Themen und Bereichen unseres Lebens wir unsere Achtsamkeit schenken und wie wir mit den Empfindungen und Gedanken, welche wir erspüren und betrachten umgehen.
Und so rolle ich bei der nächsten Gelegenheit meine Yogamatte zusammen, mache mich auf den Weg ins Zimmer, wo ich auf dem Balkon die frische Bergluft einatmend, dem Vogelgezwitscher lauschendie Sonne auf meinem Bauch spüre und denke: wie schön, dass ich kein Achtsamkeitsyoga brauche, sondern mir nur Zeit und Ruhe nehmen muss, um achtsam zu sein.
Und dass Sie die folgenden Seiten genau dazu motivieren und ispirieren, wünsche ich Ihnen.
Herzlichst Emilia Meister

Inhalt

4 Achtsamkeit

6 Wie Achtsamkeit beglücken kann

7 Der Zauber einer ICH-Botschaft

10 Buch TiPP: Die Kraft der Sprache

12 Sprich achtsam: mit mir und dir

16 Achtsamkeit im Alltag

18 10 Tipps für authentische Eltern

22 Übungen gegen Stress

26 Aufputschtreffen Gordon Kursleiterinnen

27 Homepage, Facebook

28 Aktuelles aus dem Vorstand: Anprechpersonen

30 Die Letzte

 

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