iNPUT Januar 2018 Achtsamkeit

iNPUT

Achtsamkeit

Mitgliederzeitung Nr. 52, Januar 2018

Editorial

So, nun haben Sie es in den Händen, das neue iNPUT, welches sich, wie Sie schon auf der Titelseite gesehen haben, einem der Trendworte 2017 widmet:
der ACHTSAMKEIT.
Aber nicht nur in den Medien ist Achtsamkeit in aller Munde, sogar im Urlaub im Tirol wird frühmorgens Achtsamkeitsyoga gelehrt. Da passt es ja bestens, dass ich dieses Thema fürs neue iNPUT ausgewählt habe. Nun kann ich ergründen, was dahintersteckt. So schleiche ich mich frühmorgens, meine Kinder und mein Mann schlafen noch, aus dem Hotelzimmer Richtung Yogaraum.
Yoga kenne und liebe ich von zu Hause. Aber was hat es mit diesem Achtsamkeitsyoga auf sich? Ich komme im Yogaraum an. Einige Hotelgäste sind schon vor Ort, aber von der Trainerin - oder Achtsamkeitslehrerin oder wie man sie wohl genau nennt, weiss ich nicht, und eigentlich bin ich auch noch zu verschlafen, um darüber nachzudenken - ist noch nichts zu sehen.
Schade, ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Schöne Musik zum Einstimmen, vielleicht etwas Kerzenlicht und ein feiner Duft. Nichts dergleichen. Zwar ein schöner Raum, aber die vielen Sportgeräte und auch der etwas komische Geruch der Matten laden mich jetzt nicht gerade zum Entspannen ein. Auch nicht die Trainerin, die etwas gehetzt auf den letzten Drücker den Raum betritt und dann einen für mich nicht endenwollenden Monolog von sich gibt, was es mit der Achtsamkeit auf sich habe. Sie erklärt, woher die Lehre ursprünglich stammt und dass ihr das Wort Achtsamkeit nicht gefällt. Wieso haben Sie es denn in der Hotelpost als Achtsamkeitsyoga ausgeschrieben, frage ich mich. Für die Trainerin wirke das Wort Achtsamkeit so streng… wie Gehorsamkeit. Deswegen gefällt ihr Mindfullness viel besser und … und irgendwann höre ich nicht mehr richtig zu. Ich denke daran, dass ich eigentlich keinen Vortrag hören wollte. Ich mag es auch nicht, wenn im Deutschen ständig englische Worte gebraucht werden. Ich überlege weiter, dass Achtsamkeit doch nichts mit Gehorsamkeit zu tun hat, sondern mit Aufmerksamkeit und Achten oder Achtung, aufmerksam auf sich achten... Und das hatte ich mir für diese Yogastunde auch so vorgestellt: gezielt Zeit nehmen um aufmerksam auf mich zu achten und in mich hinein zu spüren…und das in Verbindung mit Yoga…
Nach einer gefühlten Ewigkeit hört die Trainerin auf zu sprechen und wir machen doch noch ein paar wenige Übungen, welche dem Yoga, welches ich zu Hause praktiziere, sehr ähnlich sind und keine neuen Erkenntnisse mit sich bringen.
Was ich aber mitgenommen habe aus dieser Stunde ist, dass ich es in mir habe, achtsam zu sein. Ich habe ganz viel wahrgenommen, Kerzen, Musik und Düfte, die ich vermisst habe und Bewegung. Zu viele Worte, die ich gehört, dann aber einfach ausgeblendet habe, ganz automatisch. Und die Erkenntnis, dass ich meinen Empfindungen und Bedürfnissen nur nicht immer gleichviel Raum gebe.
Und ich denke so geht es uns allen, unaufmerksam und gleichgültig gehen doch die wenigsten durchs Leben. Die Frage ist wohl eher, welchen Themen und Bereichen unseres Lebens wir unsere Achtsamkeit schenken und wie wir mit den Empfindungen und Gedanken, welche wir erspüren und betrachten umgehen.
Und so rolle ich bei der nächsten Gelegenheit meine Yogamatte zusammen, mache mich auf den Weg ins Zimmer, wo ich auf dem Balkon die frische Bergluft einatmend, dem Vogelgezwitscher lauschendie Sonne auf meinem Bauch spüre und denke: wie schön, dass ich kein Achtsamkeitsyoga brauche, sondern mir nur Zeit und Ruhe nehmen muss, um achtsam zu sein.
Und dass Sie die folgenden Seiten genau dazu motivieren und ispirieren, wünsche ich Ihnen.
Herzlichst Emilia Meister

Inhalt

4 Achtsamkeit

6 Wie Achtsamkeit beglücken kann

7 Der Zauber einer ICH-Botschaft

10 Buch TiPP: Die Kraft der Sprache

12 Sprich achtsam: mit mir und dir

16 Achtsamkeit im Alltag

18 10 Tipps für authentische Eltern

22 Übungen gegen Stress

26 Aufputschtreffen Gordon Kursleiterinnen

27 Homepage, Facebook

28 Aktuelles aus dem Vorstand: Anprechpersonen

30 Die Letzte

Achtsamkeit

Von Maria Britgschgi

Achte auf das Kleine in der Welt –
es macht das Leben einfacher und zufriedener.
Carl Hilty

Achtsamkeit hat vielfältige Bezüge. Einerseits hat es Bedeutungen zu verschiedenen buddhistischen Traditionen, anderseits ist sie auch in der westlichen Welt durch Jon Kabat-Zinn weit verbreitet. Jon Kabat-Zinn begründete Ende der 70er- Jahre das achtwöchige MBSR-Training (Mindfulness-Based Stress Reduction – im Deutschen Stressbewältigung durch Achtsamkeit genannt).
Ursprünglich hatte Kabat-Zinn das Programm für Menschen konzipiert, die unter Stress, ja sogar Burn-out leiden. Der Arbeitsalltag ist für viele von Hektik und hohem Termin- und Leistungsdruck geprägt. Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis hin zum Herzinfarkt. Achtsamkeit kann heilen, so Kabat-Zinn, und zwar nicht nur das Individuum, sondern die Gesellschaft als Ganzes.
Kabat-Zinn definiert Achtsamkeit in seinem Buch: „Gesund durch Meditation – Das
grosse Buch der Selbstheilung“ mit MBSR so: „die Bewusstheit, die sich durch gerichtete, nicht wertende Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Augenblick einstellt“. In seinem Buch „Rückkehr zur Menschlichkeit“ definiert der Dalai Lama Achtsamkeit als Fähigkeit eines Menschen, sich geistig zu sammeln und sich auf diese Weise auf seine zentralen Werte und seine innere Motivation zurückzubesinnen. Damit verknüpft der Dalai Lama Achtsamkeit und Ethik. Dabei geht es darum, mit Hilfe der Achtsamkeit positive Emotionen zu entwickeln und negative Emotionen zu überwinden. Das sieht er als Dreh- und Angelpunkt für ein glückliches Leben an, das im Dienst des Ganzen steht.
Das Thema ist inzwischen weit verbreitet. Ein Trend, der auch in die „Business-Kultur“ vordringt. Der berühmte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx hat sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, das sich in den Bereichen Lebenshilfe, Psychologie und Gesundheit genauso wie in Kunst und Literatur findet.
Was bedeutet dieser Trend? Bedeutet Achtsamkeit nicht einfach, ein Sich-selbst-Beobachten, ein Nicht-bewertendes-Gewahrsein? Oder bedeutet es für die schnelllebige Zeit eine vermehrte Aufforderung des Innehaltens, um in und um uns wahrzunehmen, was wir in unserem Alltagstempo gar nicht mehr wahrnehmen können? Worauf richte ich denn meine Aufmerksamkeit, worauf achte ich denn?

Alles was Achtsamkeit erhält, wächst – der Achtsamkeit ist egal was wächst unbekannt

Auf der Basis von Achtsamkeit wird die innere Welt erkundet, die ebenso facettenreich ist wie die äussere Welt: Wahrnehmungen, Emotionen und Verhaltensmuster.
Achtsamkeit ist in vielfältigen Facetten ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation, ja der gelebten Haltung von Thomas Gordon. Dazu unterstützt und fördert uns das Innehalten. Gerne lade ich dich dazu ein.

Achtsamkeit lebe und erlebe ich wenn ich: Wie und was nehme ich da bei mir wahr?
1.  Aktiv zuhöre
2.  Vorbeugende ICH-Botschaften sende
3.  Verhalten beschreibe
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 

Wie Achtsamkeit beglücken kann

Von Dorothea Vollenweider

Auch unser Ehrenmitglied, Dorothea Vollenweider, hat sich zum Thema Achtsamkeit ihre Gedanken gemacht und schreibt:

In den letzten Jahren lenkt das Verständnis zum Begriff „Achtsamkeit“ hin zu „Selbst-Fürsorge“ (gegen innen). Diese neuere Orientierung empfinde ich als wichtig - für Eltern mit sich selber - und auch im Umgang mit ihren Kindern.
Im Zusammenhang mit der Pflege erfreulicher Beziehungen ist es hilfreich, wenn wir
zusätzlich achtsam mit unserer Art der Kommunikation umgehen (gegen aussen). Folgenden Dialog habe ich über Whatsapp zugeschickt bekommen.
Natürlich musste ich schmunzeln:


Zutiefst in mir wurde ich jedoch traurig. Als Kind würde ich mich brüsk zurückgewiesen fühlen und verstummen.

Achtsam mit Menschen umgehen heisst für mich behutsam, aufmerksam, wachsam, zärtlich, gütig, bedächtig, fürsorglich, besonnen … zuhören und reagieren.
Beim Üben mit mir und meinen inneren Stimmen gelingt mir der achtsame Umgang auch mit anderen. Dies beglückt aus meiner Erfahrung alle.

Achtsamkeit & Kommunikation:
Der Zauber einer Ich-Botschaft

Von Alexa Szeli, gefunden von Susanna Vogel

Wir kommunizieren alle, aber sind wir dabei auch immer achtsam?

Wer kennt das nicht? Ein kleiner Funke sprüht auf und plötzlich finden wir uns in einer Situation, in der es sehr leicht zu einer Eskalation in der Kommunikation kommen kann. Wir streiten, fühlen uns missverstanden, werden missverstanden, sind frustriert und finden aus dieser Spirale kaum heraus. Der Verstand formuliert wunderbare Botschaften an dein Gegenüber und aus dem Mund poltern die Sätze wie Tennisbälle aus einer Selbstschussanlage – einer nach dem anderen. Wir wollen sie stoppen, aber umso mehr wir das Gefühl haben nicht verstanden zu werden, umso mehr verstricken wir uns in Erklärungen, die nicht mehr ankommen. Die Fronten verhärten sich und keiner scheint bereit, den Konflikt zu lösen.

Die Ursache, der kleine Funke also, liegt meist in einer winzigen unbedachten Formulierung, die von unserem Gegenüber oder von uns – je nach dem wer gefunkt hat – falsch aufgefasst wird.

Kommunikation findet statt, immer, tagein tagaus. Das richtige Kommunizieren basiert sehr stark auf einem achtsamen Formulieren und Miteinander-Umgehen. Das können wir lernen!

Wir haben die Möglichkeit, den Teufelskreis zu durchbrechen und Konflikte zu lösen, wenn wir lernen, bestimmte immer wiederkehrende Fehler in der Kommunikation zu vermeiden.

Schauen wir also nach einer Lösung für beide Seiten und hören wir auf, unseren Standpunkt durchsetzen zu wollen. Seinen eigenen Standpunkt vehement zu verteidigen stört das Vertrauensverhältnis untereinander nachhaltig. Den eigenen Standpunkt in den Vordergrund schieben bedeutet, den Standpunkt des Anderen herabzusetzen und somit auch seine Bedürfnisse in die Knie zu zwingen. Keine gute Basis für ein achtsames, vertrauensvolles Miteinander.

Von negativen Du-Botschaften zu positiven Ich-Botschaften

Es gibt einen Trick in der Kommunikation, der Situationen entschärft und wie durch Zauberhand für ein besseres Verständnis untereinander sorgt: Wir wandeln negative „Du-Botschaften“ in positive „Ich-Botschaften“ um.
Der Begriff Ich-Botschaft (original: I-Message) stammt ursprünglich von dem US-amerikanischen Psychologen Thomas Gordon.
Er verstand unter Ich-Botschaften authentische und bewertungsfreie Selbstoffenbarungen. Ich-Botschaften und Aktives Zuhören sind wichtige Bestandteile im Gordon-Modell.

Was sind negative Du-Botschaften?

  • „Du hast vergessen mich anzurufen!“
  • „Du hast den Müll nicht runtergebracht.“
  • „Mensch, kannst Du nicht aufpassen!“
  • „Denk doch mal mit!“

Wie fühlt sich das an? Nicht so toll, oder? Wir empfinden solche Aussagen selbst als unangenehm und doch nutzen viele sie tagtäglich immer wieder. Die Folge: unser Gegenüber fühlt sich angegriffen und beginnt sich zu verteidigen. Zudem wird er in die unangenehme Lage gedrängt, sich rechtfertigen zu müssen. Der kleine Funke ist da … Jetzt noch ein klein wenig den Ton auf barsch stellen und schon kommt es zu einer Eskalation, die völlig unnötig ist.
Sehr beliebt im Kommunikationsgerangel sind auch Formulierungen wie immer, ständig, dauernd: „Du lügst immer!“
Autsch! Touché! Ehrlich, wer möchte denn sowas hören?
Am Ende gibt es nur Verlierer: Wut, Trauer, Resignation und überhaupt ein ziemlich ungutes Gefühl, welches sich so schnell nicht abschütteln lässt. Abgesehen von den kleinen zarten Rissen in der gegenseitigen Beziehung, die mit der Zeit größer und größer werden und unter Umständen den gemeinsamen Raum zerreissen werden. Das wollen wir doch alle nicht. Nicht wahr?

Der Zauber von Ich-Botschaften

Ich bin nicht frei von Fehlern. Kommunikation ist auch für mich nicht immer einfach. Es passiert so leicht, dass ich in die oben aufgeführten Fallen tappe und mich selbst in einer Spirale einer unerwünschten Kommunikation befinde. Ich versuche mich in meiner Kommunikation an den vier Punkten zu orientieren, die sich äusserst positiv auf das Miteinander-kommunizieren auswirken:

 

Ich versuche meine Beobachtungen ohne eine Bewertung zum Ausdruck zu bringen.

In der Kommunikation versuche ich, meine Beobachtung der Situation klar von einer Bewertung zu trennen. Wie oben schon erläutert, vermeide ich Begriffe wie: ständig, immer, dauernd, …

Stellen wir uns mal folgende Situation vor: Ich unterhalte mich mit einer Freundin und habe das Gefühl, dass sie mir nicht wirklich zuhört, weil sie ständig in ihr Handy schaut. Ich könnte sagen: „Ständig schaust du in dein Handy!“

Was geschieht? Ich werfe meiner Freundin vor, nicht bei der Sache zu sein und greife sie damit direkt an. Des Weiteren werfe ich ihr vor, dass sie das STÄNDIG macht. Ich habe meine Freundin also bewertet und nicht einfach nur gesagt, was ich beobachtet habe.

Besser: „Ich sehe du schaust gerade in dein Handy.“
Eine einfache Feststellung ohne Wertung.

Ich bringe meine Gefühle zum Ausdruck

Beispiel: „Das frustriert mich sehr.“

Drücke ich meine Gefühle aus, so achte ich darauf, dass sie keine negativen Wertungen enthalten. Frustriert hat so eine negative Wertung (ebenso: irritiert, unsicher, bin beleidigt, …).

Besser: „Das macht mich traurig.“
So nehme ich den Druck aus der Formulierung heraus, denn Druck erzeugt immer
Gegendruck.

Ich drücke meine Bedürfnisse aus

Beispiel: „… weil ich deine Aufmerksamkeit nicht erhalte.“
Schaue ich einmal in mein Gefühlsleben: Warum entstehen negative Gefühle in mir in dieser Situation? Sie entstehen nicht, weil meine Freundin diese oder jene Verhaltensweise an den Tag legt, sondern weil meine Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Besser: „… weil ich dir etwas Wichtiges erzählen möchte.“
Ich drücke mein Bedürfnis aus und nicht das, was ich „nicht erhalte“.

Ich formuliere einen Wunsch an mein Gegenüber

Beispiel: „Höre mir doch mal zu!“
Ich wünsche mir, dass meine Freundin sich die Zeit nimmt, mir voll und ganz zuzuhören. Ob sie nach dieser harten Aufforderung noch Lust dazu hat, wage ich zu bezweifeln.

 

Besser: „… und ich mir dafür deine Aufmerksamkeit wünsche.“

Mit diesem Wunsch äussere ich achtsam und liebevoll was ich gerne hätte. Die wenigsten Menschen, werden in dieser Situation sagen: „Du das passt mir gerade gar nicht!“, sondern mir zuhören.
Das Ergebnis ist also nicht:

„Ständig schaust du in dein Handy! Das frustriert mich sehr, weil ich deine Aufmerksamkeit nicht erhalte. Höre mir doch mal zu!“

 

Sondern:

„Ich sehe du schaust gerade in dein Handy. Das macht mich traurig, weil ich dir etwas Wichtiges erzählen möchte und ich mir dafür deine Aufmerksamkeit wünsche.“

Es ist gar nicht so leicht, immer die richtigen Formulierungen zu finden. So kann auch in einer formulierten Ich-Botschaft letztendlich eine Du-Botschaft enthalten sein. Sage ich zum Beispiel: „Ich fühle mich nicht verstanden!“, so heißt das nichts anderes als „Du hast mich nicht verstanden!“ Das ist zugleich Unterstellung als auch Anklage.

Liebevolles & achtsames Kommunizieren

In einer liebevollen und achtsamen Kommunikation geht es also darum, dass ich meinen Gesprächspartner im Blick behalte. Dabei kann ich mir immer wieder folgende Fragen vor Augen halten:

  • Was fühlt mein Gegenüber?
  • Was braucht mein Gegenüber?
  • Was wünscht sich mein Gegenüber?
  • Habe ich ihn/sie wirklich verstanden?
  • Hat er/sie mich wirklich verstanden?
  • Kommuniziere ich noch ohne Druck?
  • Habe ich meine Gefühle zum Ausdruck gebracht, ohne ihn/sie damit zu bedrängen?
  • Ist mein Bedürfnis klar geworden?
  • Schätze ich die Situation wirklich richtig ein oder bewerte ich sie zu stark/schwach?

Eine Kommunikation ist keine Einbahnstraße, in der ich mit vollem Speed einfach so losfahre und meinen Gesprächspartner womöglich überfahre. Die Kommunikation sollte im besten Fall ein harmonisches Zusammenspiel zwischen aufmerksamem Zuhören, respektvollem Antworten, Erkennen der eigentlichen Situation und die wertungsfreie Wiedergabe meiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche sein. Sollte doch einmal etwas schieflaufen, so ist es im Übrigen kein Beinbruch, wenn die Situation mit einer Entschuldigung wieder geradegebogen wird. „Entschuldige, ich habe mich missverständlich ausgedrückt.“

Sprich achtsam – mit mir und dir

von Susanna Vogel

Ich bin seit vielen Jahren Kursleiterin für Gordon-Trainings und Kleinkinderkurse und halte auch immer wieder Referate zu verschiedenen Beziehungsthemen. Achtsamkeit ist ein Thema, mit dem ich mich beruflich wie auch privat stark beschäftige.

Es ist mir wichtig, dass ich gut auf meine Gesundheit achte, u.A. mit einer vollwertigen Ernährung, viel Bewegung, Singen, Tanzen und nährenden, respektvollen Beziehungen.

Ich setze mich ein für einen respektvollen, achtsamen Umgang mit der Natur und den Tieren. Unsere ganze Familie verzichtet seit Jahren auf den Konsum von Fleisch, weil wir auch da ganz fest überzeugt sind, dass nur durch mehr Achtsamkeit viele Missstände in der Tierhaltung und Umwelt zu beseitigen sind.

Auch mir selber möchte ich achtsam begegnen, mich in einer Krise innerlich aufbauen statt abwerten, mir selber empathisch zuhören, wenn ich in Not bin und mich vor allem mit Menschen umgeben, die mir gut tun. Es gehört auch dazu, dass ich mir Pausen erlaube, bei Überforderung um Hilfe bitte und auch mal Nein-Sagen kann auf ein Anliegen von jemandem. Auch die Kraft der Dankbarkeit habe ich durch mehr Achtsamkeit für die vielen kleinen Sternstunden im Alltag entdeckt. Wenn ich mehr innehalte und mich bewusst freue über die vielen schönen Momente im Tag, ziehe ich davon auch immer mehr in mein Leben. An dieses Naturgesetz glaube ich zu 100%!

Ich freue mich auch, wie sich diese Grundhaltung auf unsere drei erwachsenen Kinder übertragen hat und sie der Achtsamkeit in ihrem Leben auch einen grossen Stellenwert einräumen. Und klar, alles was ich hier beschrieben habe, versuche ich so oft wie möglich umzusetzen und es gibt Tage, da ist meine Annahmelinie hoch und die Achtsamkeit für mich und andere gelingt dann vielleicht nicht so gut, wie ich es eigentlich gerne möchte... Ja und genau dann ist es ja auch wieder so wesentlich, dass ich gut in mich horche, meine Bedürfnisse und Gefühle wahrnehme und mir selber etwas Gutes tue, damit ich wieder in meine Mitte komme.

Auf diesen schönen Text über die Kraft der positiven, achtsamen Sprache bin ich gestossen, als ich für ein Referat im Internet Texte las. Ich freue mich nun sehr, dass wir den Text im Input abdrucken konnten und er nun von vielen Lesern Beachtung finden kann. Ich bin absolut überzeugt, dass das so zutrifft: Verändere Deine Worte und Du veränderst Dein Leben. Viel Spass beim Lesen.

Sprich achtsam · Wie Deine Worte nachhaltig Dein Gehirn verändern
Autor myMONK.de

Die Worte, die Du benutzt, verändern Dein Gehirn – wortwörtlich.
Der Neurowissenschaftler Dr. Andrew Newberg und der Kommunikationsexperte Robert Waldman schreiben in ihrem Buch Words Can Change Your Brain:
„Ein einziges Wort hat die Macht, die Auswirkung jener Gene zu beeinflussen (Ge-
nexpression), die körperlichen und emotionalen Stress regulieren.“

Positive Wörter stärken Motivation, Denkleistung und Mitgefühl.

Wenn wir positiv besetzte Wörter benutzen wie „Liebe“ und „Frieden“, können wir Einfluss darauf nehmen, wie unser Gehirn funktioniert, indem wir damit zum Beispiel Areale im Frontallappen stärken und so unser logisches Denken verbessern.
Das gilt sowohl für Worte, die wir zu uns selbst sagen, als auch zu anderen Menschen. Aber es geht noch weiter. Newberg und Waldman:
„Nutzen wir mehr positive Wörter als negative, aktivieren wir die Teile des Gehirns, die für die Motivation verantwortlich sind und sogar die für die motorischen Abläufe, also jene, die uns in Bewegung bringen, handeln lassen.
Unsere Forschung hat gezeigt: Je länger wir uns auf positive Wörter konzentrieren, umso mehr werden davon auch andere Hirnregionen beeinflusst.

Funktionen im Parietallappen beginnen sich zu verändern und damit, wie wir uns und andere Menschen wahrnehmen. Sehen wir uns selbst positiver, wird automatisch auch unser Blick auf die anderen freundlicher – während ein negatives Selbstbild uns andere kritisch sehen und an ihnen zweifeln lässt.
Über die Zeit verändert sich je nach den Wörtern, die wir überwiegend benutzen, auch die Struktur des Thalamus – und wir glauben, dass sich damit auch unser Wahrnehmen der Realität wandelt.“

Negative Wörter schränken das Denken ein

Negativ besetzte Wörter hingegen halten das Gehirn davon ab, bestimmte Botenstoffe zu produzieren, die für ein gutes Stressmanagement nötig sind. Die Aktivität im Angstzentrum, der Amygdala, nimmt außerdem zu. Stresserzeugende Hormone werden durch unsere Blutbahnen gepumpt. Unser logisches Denken schränkt sich ein.
Das war in früheren Zeiten wichtig, als Sorgen und Anspannung für unser Überleben notwendig waren und wir schnell und ohne Nachdenken handeln mussten (plötzlich auftauchende Tiger, Dinosaurier, Monster). Unser Gehirn sollte nie eine Glücksmaschine sein, sondern uns am Leben halten. Bei Ärger geschieht Ähnliches, wie Newberg und Waldman schreiben:
„Worte des Ärgers senden Alarmsignale durch das Hirn und lassen das kognitive
Verständnis im Frontallappen herunterfahren.“
Es ist, wie der Dalai Lama sagte: In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz. Und dazu reichen eben schon einzelne Wörter.

Positivere Gedanken lassen sich trainieren

Zum Glück können wir das trainieren. Jeder von uns, auch die trübsinnigsten Miesepriems. Noch einmal die Autoren:
„Durch intensives Wiederholen positiver Worte, positiver innerer Bilder und Gefühle
können sogar jene, die genetisch eher zum Unglücklichsein neigen, ihr Gehirn neu strukturieren und eine optimistischere Einstellung zum Leben gewinnen.“
Eine Studie aus dem Gebiet der Positiven Psychologie bekräftigt, wie wichtig es ist, uns mehr auf positive Worte zu konzentrieren, aber auch auf Erlebnisse. Eine Gruppe von Menschen sollte jeden Abend drei Dinge aufschreiben, die gut für sie liefen an diesem Tag, inklusive einer Erklärung, warum das so war. In den folgenden drei Monaten stieg ihr Glückslevel deutlich. Depressive Gefühle schrumpften nach und nach – anders als bei der Kontrollgruppe, die über etwas Neutrales schrieb. Klingt vielleicht komisch, ist aber so:

Verändere Deine Worte und Du veränderst Dein Leben.

Die Kraft der Sprache Kartensatz

In der Sprache liegt die Kraft Hörbuch

Von Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf und Theodor R. von Stockert, Verlag Lingua Eterna, 2012, www.lingva-eterna.de

Von Silvia Erni

Achtsamkeit beginnt mit dem Gedanken, mit der Idee. In der Sprache können wir ein hohes Bewusstsein entwickeln, indem wir eigenverantwortlich, lösungsorientiert und wertschätzend kommunizieren. Gerade in der Alltagssprache finden sich oft zerstörerische Füllwörter, welche die Kraft in eine eher aggressive als achtsame Richtung lenken. Vielgehört und selber ertappt mit: „Ich gehe noch schnell….“ „Kannst du noch schnell…?“ „Wir müssen noch schnell…“ Spüren Sie die Hektik, die entsteht, der Stress welcher sich durch das Wort „schnell“ ausbreitet?

Hörbuch wie Kartenset regen an, sich mit der Kraft der Sprache auseinander zu setzen. Das Kartenset ist zweiteilig aufgebaut. Die eine Seite weist auf eine gängige Ausdrucksform hin, die zweite Seite hinterfragt deren Wirkung kritisch und bietet Anregungen für Veränderung.

Hilfreiches Arbeitsmaterial für die Selbstreflexion, das Arbeiten mit Gruppen oder in der Beratung. „Gwundrig?“

Viel Spass beim Kennenlernen.

Achtsamkeit im Alltag

Von Ralf Senftleben, aus dem Tagesnewsletter zeitzuleben.de
gefunden von Susanna Vogel

Als ich letzte Woche in den Bergen wandern war, ist mir eine Sache aufgefallen. Bergwandern ist wie eine Achtsamkeitsmeditation.

Denn du musst genau aufpassen, wo du hintrittst. Jeden Augenblick. Sonst rutschst du aus, stürzt in die Schlucht oder brichst dir den Fuss.

Deswegen ist es wichtig, dass du beim Wandern und Klettern bei dir bist. Anders geht es nicht.

Und nachdem du so eine Weile vor dich hingetappert bist, wirst du innerlich ganz ruhig und entspannt.

Das ist mir dann oben auch auf der Hütte aufgefallen. Alle Menschen wirkten so locker, freundlich und gelassen.

Das ist der Unterschied zwischen Multitasking und dem achtsamen Tun einer Sache zu einer Zeit.

Multitasking erzeugt Stress und Fahrigkeit. Oft erledigen wir 10 Dinge gleichzeitig. Aber keine davon richtig. Und hinterher sind wir durch den Wind.

Aber eine Sache zu einer Zeit. Und dann noch mit meiner vollen Aufmerksamkeit. Während ich bei mir und im Augenblick bin. Während ich meinen ganzen Fokus auf diese Sache richte.

Das bringt uns zu uns selbst.

Dazu muss man auch zum Glück nicht in die Berge.

Ich kann ganz achtsam einen Tee machen. In Japan haben sie das mit der Teezeremonie sogar perfektioniert.

Oder ich kann ganz achtsam Buchstaben schreiben. Das nennt man dann Kalligrafie.

Oder ich kann ganz achtsam meinen Partner in den Arm nehmen und seinen Körper spüren. Das nennt man dann …

Ich will sagen: Es gibt so viele Möglichkeiten, durch achtsames Tun zu sich selbst zu gelangen. Indem ich einfach etwas tue und dabei mit meinen Gedanken und meiner Aufmerksamkeit genau bei der einen Sache bin, die ich gerade tue.
Ohne abzuschweifen. Ohne in Gedanken woanders hin zu wandern. Ohne über meine Aufgabenliste nachzudenken.

Einfach nur das tun, was ich tue.

Denn es tut gut, ab und zu eine Teilzeit-Nonne/ein Teilzeit-Zen-Mönch zu sein.

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10 Tipps für authentische Eltern nach Jesper Juul

Von Silvia Erni

Das Vertrauen eines Kindes zu gewinnen, ist vielleicht eines der grössten Geschenke, die das Leben zu bieten hat. Jesper Juul

1. Verantwortungsbewusstsein ist wichtiger als Gehorsam

Verantwortung hat nichts mit Macht zu tun. Kinder können viel Verantwortung für sich selber tragen! Eine reale Herausforderung ist, dass jeder von uns für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Für die Emotionen, Gedanken, das Sein. Eigenverantwortung bedeutet auch eine positive Konfrontation mit der Einsamkeit.

„In Wirklichkeit können Eltern nur vorgeben, für ihre Kinder verantwortlich zu sein, sie sind es aber nicht. Denn wenn du deine Verantwortung an jemand anderen abgibst, gehst du verloren – auch als Kind.“

Kindern Raum geben > Handelt es sich um Situationen, die immer wiederkehrend
Konflikte verursachen, so stellt sich die Frage der Verantwortung. Bsp: Zu Bett gehen
– versuchen die Verantwortung dem Kind total zu übertragen, jedoch im Gespräch sein und die eigene Meinung und Ansicht auch äussern. Erfahrungen beider Seiten besprechen und darüber austauschen. So kann das Kind wichtige Erfahrungen sammeln und die Sicherheit erfahren, dass die Eltern da sind.
Kinderwünsche ernst nehmen > Kindern Verantwortung zuzugestehen heisst jedoch nicht, ihnen jeden Wunsch zu erfüllen. Jedoch ihre Wünsche anerkennen und hören. Das aktive Zuhören anwenden.

Finden Eltern etwas nicht gut, dann müssen sie dies begründen und erklären. So wird das Kind die Eltern genauso ernst nehmen, wie diese das Kind ernst nehmen!

2. Den Dialog in den Familien pflegen

Das Wichtige ist der Prozess, das Bedürfnis nach einer offenen Aussprache. Es geht nicht darum zu verhandeln wie auf dem Markt. Gemeinsame Tischrunden
über die tiefen Emotionen, offen und fair. Eltern, die fragen: Was bewegt dich? Was geschieht gerade in deinem Leben? (keine Kontrollfragen)

Im Dialog Verantwortung vermitteln > Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen braucht Zeit (vielleicht ein Leben lang).
Eltern sollen da sein, gegenwärtig, ein Partner sein, das Gleichgewicht zwischen Ja und Nein finden, zwischen Widerstand bieten und nachgiebig sein. Sie sollen Kinder frühzeitig trainieren mit- und nachzudenken: Was möchte ich? Und weshalb möchte ich etwas nicht? Gibt es einen Ausweg oder Kompromiss? Das ist der einzige Weg, dem anderen zu helfen, seine Verantwortung auf sich zu nehmen.

3. Schluss mit starren Rollen – authentisch sein und zuhören

Es ist ein grosser Unterschied zwischen der Präsenz für die Kinder oder dem Spielen einer (Eltern-)Rolle. Eine Gefahr für viele Eltern ist es, den Dialog abzuschneiden, bevor er richtig begonnen hat. Gelingt zuerst das Zuhören, liegt oft schon die Lösung bereit. Vorsicht > keine Lösungen vorgeben, nicht ungefragt beraten!
Eltern sollen keine sturen Regeln durchgeben, sondern Verständnis entwickeln. Auch wenn Eltern ihre Kinder und ihren Regelverstoss verstehen, ist es dennoch möglich an den wichtigen Entscheidungen festzuhalten.

„ Einer der problematischeren Aspekte der Liebe besteht darin, dass wir es kaum ertragen, unsere Geliebten leiden zu sehen. Männer reagieren oft darauf, indem sie Lösungen anbieten, Frauen, indem sie Verantwortung übernehmen. Beide Herangehensweisen schaffen mehr Konflikte, als sie lösen.“

4. Nein sagen – aber richtig!

Wenn Kinder ein Ja fordern, müssen Eltern nicht immer sofort Bescheid wissen > Ich weiss es nicht. Ich muss darüber Nachdenken und dann sage ich es dir. Bestenfalls einen Termin angeben.
Keine pauschalen Umschreibungen und Argumente von aussen, keine mit allgemeiner Natur – lieber ein freundliches Nein. Es ist der Ton, der die Musik macht! Fühlen Eltern ein Nein, dann sollten sie dieses auch benennen.

5. Die Grenzen des Kindes respektieren – und die eigenen

Die Integrität des Kindes achten bedeutet, die Grenzen des Kindes zu respektieren und seine elementaren Bedürfnisse anzuerkennen. Mit jedem Kind müssen Eltern neu lernen, wo seine Grenzen sind. Sie sollen authentisch anstatt höflich sein. (Beispiel Grüssen: Ein Lächeln eines Kindes ist bereits eine herzliche Begrüssung und viel bedeutsamer als ein Händedruck.)
Auch Eltern brauchen Grenzen > Am Anfang ist die Eltern-Kind-Beziehung symbiotisch, verschmolzen. Später muss sich diese wandeln und die jeweiligen persönlichen Grenzen müssen gegenseitig respektiert werden. Dafür ist eine persönliche Sprache notwendig: Ich möchte jetzt nicht….

6. Das Kind wahrnehmen, statt es zu beurteilen

Nonverbal mit Gestik (winken, zwinkern, lachen, zuwenden…), verbal: Ja ich sehe dich, und mit Aktivem Zuhören. Kein Lob, denn es geht nicht um eine Leistung.
Auf die Definitionsmacht verzichten > Erwachsene haben eine tödliche Macht, Dinge zu definieren/ zu beurteilen: Nett – böse, hysterisch – süss, … „Je mehr du jemanden definierst, desto weniger Raum gewährst du ihm, damit er selber herausfinden kann, wer er/sie ist.“
Definitionsmacht ist Gift für das Selbstwertgefühl! Wenn du einen persönlichen Di-
alog führen möchtest, sprich über dich und nicht über mich.

7. Aggressionen und negative Gefühle zulassen

Wut und Aggression anerkennen als Zeichen, dass etwas los ist. Was würden wir ohne diese Kraft tun? Nicht das Symptom loswerden wollen, sondern fragen, was dahinter steckt!

Zitat eines Mädchen: „Das Schlimmste ist, dass sie uns nicht erlauben sauer zu sein. Aber wenn ich einen Grund habe, möchte ich sauer sein. Doch die Erwachsenen entscheiden darüber, ob mein Grund gut ist oder nicht!“
Kindern den Raum geben, Konflikte selber auszutragen. Sie nicht schlecht ma-
chen, weil sie Aggressionen haben. Den Umgang mit negativen Gefühlen vorleben
> Lernen am Modell. Kein künstliches Paradies erschaffen, sondern Verständnis haben, wenn negative Gefühle aufkommen.

8. Selbstbewusstsein vermitteln – keine leeren Lobeshymnen

Sich seiner selbst bewusst sein dient als Grundlage eines positiven Selbstwertgefühls. Dies gelingt durch echte Rückmeldungen von Eltern. Persönliche Reaktionen äussern anstatt ein leeres Lob > „Du bist toll“ hat keinen Wert. Echte Anerkennung und Mitteilung, was ich am andern wertschätze.

9. Erziehung braucht Beziehung

Die Entwicklung begleiten > Nicht gleich handeln, erst abwarten. (Bsp: Im Kalender Verhalten eintragen und Termin definieren, bis sich eine Änderung einstellen sollte) Erziehung ist Beziehung = Gleichwertigkeit zwischen Eltern und Kindern. Bewusstsein haben, dass wir Eltern einen ganz persönlichen Blick auf unsere Kinder haben. Dadurch entsteht eine natürliche Autorität, welche die Kinder animiert, ihr Verhalten
ändern zu können. Bsp: „So wie ich dich kenne, habe ich den Eindruck, dass…“

10. Kinder die Liebe spüren lassen

Die Liebe im Tun erkennbar machen > Achtung vor: ich mache dies ja nur, weil ich dich
liebe! Herausfinden wie unsere Kinder geliebt werden möchten.
Was habe ich über die Art zu lieben mitbekommen? Wie zeige ich dies meinen Kindern? Kinder so sein lassen, wie sie sind > Unvoreingenommene Liebe, wie nach der Geburt! „Du bist in Ordnung, einfach weil du bist!“ Zeigen, dass wir die Kinder annehmen, so wie sie sind. Die kleinen Gesten im Alltag.

Kein Kind kommt als „Tabula rasa“ zur Welt, es bringt etwas mit.

Zusammenstellung nach Jesper Juul; Wir sind für dich da, 10 Tipps für authentische Eltern; Kreuz Verlag Freiburg im Breisgau 2014

Übungen gegen Stress

Beobachten, fühlen, entschleunigen

Spiegel online, gefunden von Ursula Schoch-Schläpfer

Das Gespräch mit dem Chef, der Clinch mit den Nachbarn oder die offene Stromrechnung: Vielen Menschen schwirrt pausenlos Alltagsstress durch den Kopf. Mit ein paar einfachen Übungen lässt sich die Hektik der Gedanken jedoch dämpfen - und sogar psychischen Erkrankungen vorbeugen.
Erleben im Hier und Jetzt: Was passiert gerade um mich herum?

Das Frühstück mit der Familie könnte so schön sein, doch die Gedanken kreisen bereits um die Aktenberge am Arbeitsplatz. Bei der Mittagspause brummt der Kopf wegen der Nachmittagsplanung mit den Kindern. Und kommen abends die Beine auf der Couch zur Ruhe, geht es an die Vorbereitungen für den nächsten Tag.

Viele hetzen in ihrem Leben von einem Punkt der To-do-Liste zum nächsten. Dabei fällt es schwer, sich selbst gerecht zu werden. Doch es gibt eine Möglichkeit, das Leben zu entschleunigen: mit Achtsamkeit. Sie lässt sich einfach in den Alltag integrieren - und kommt ganz ohne esoterisches Schischi aus.

„Die Menschen hetzen in ihren Gedanken immer in die Zukunft, um ja nichts zu verpassen. Dabei entgeht ihnen genau dann das, was wirklich gerade passiert“, sagt der Psychiater. Wer lernt, Momente bewusst zu erleben und auf seine inneren Regungen zu horchen, schützt seine Psyche. Schon wenige achtsame Momente am Tag erhöhen die Lebensqualität, machen zufriedener im Beruf und können sogar einem Burnout vorbeugen.

Viel nötig ist dafür nicht: Bereits kleine Achtsamkeitsübungen gönnen der Psyche ab und an eine Auszeit - ganz ohne Hilfsmittel, zu jeder Zeit, an jedem Ort.




Achtsamkeit unter der Dusche:
Wie kitzelt das Wasser auf der Haut?
Am Morgen: Sinnieren Sie unter der Dusche nicht schon über die Tagesplanung, nutzen Sie lieber Ihre Sinne und achten Sie auf jedes winzige Detail. Wie fühlt sich der Wasserhahn an? Was für ein Geräusch macht er beim Aufdrehen? Lauschen Sie dem Plätschern des Wassers, versuchen Sie die unterschiedlichen Klänge der Tropfen zu erhaschen: auf ihrem Körper, an der Duschwand, auf dem Boden. Oder beobachten Sie, wie das Wasser auf ihrer Haut abperlt, wie sich das Duschgel in eine schaumige Masse verwandelt und einzelne Schaumblasen zerplatzen. Dabei ist wichtig: Versuchen Sie mit Ihren Gedanken wirklich unter der Dusche zu bleiben. Driften Sie für einen Moment doch ab zu anstehenden Terminen oder vergangenen Streitigkeiten, nehmen Sie auch das wahr und kehren Sie sanft wieder zurück in den Moment. Das kann bei jeder Achtsamkeitsübung passieren.
Auch mal erleben: Jede kleinste Bewegung beim Zähneputzen, die Geräusche beim Schmieren der Frühstücksbrote oder das Körpergefühl im Moment, bevor man aus dem Bett aufsteht: Wie geht es dem kleinen Zeh? Was macht das linke Ohrläppchen?




Achtsamkeit in der Bahn:
Was zieht draußen am Fenster vorbei?
Unterwegs: Heben Sie in der Bahn Ihre Augen vom Buch, vom Smartphone oder von Ihrem sonstigen Zeitvertreib. Beobachten Sie die Menschen, die Sie umgeben. Folgen Sie mit Ihrem Blick dem Alltäglichen. Nehmen Sie wahr, wer mit Ihnen unterwegs ist, was die anderen Gäste während der Fahrt tun, wie sie gucken. Aber Vorsicht: Bewerten Sie nicht, was Sie sehen, denken Sie nicht weiter darüber nach, sondern schauen Sie nur. Auch das gilt für jede Achtsamkeitsübung.
Auch mal erleben: Die Liebkosungen des Windes beim Radfahren, jedes Haus, jede Wiese, jedes Schaf, das am Busfenster vorbeizieht oder die mannigfachen Gerüche am Bahnhof.




Achtsamkeit im Büro:
Wie glitzert der Rahmen des Bildschirms?
Am Arbeitsplatz: Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit und sehen Sie sich ganz bewusst an Ihrem Arbeitsplatz um. Beschauen Sie jedes Detail. Benennen Sie im Kopf alles, was Sie sehen. Aber: Denken Sie nicht weiter darüber nach, sondern gehen Sie gemächlich im Kopf weiter zum nächsten Gegenstand. Sie können auch die Heftklammern einzeln anfassen, das kühle Metall an der Fingerspitze spüren oder den Notizblock wie ein Daumenkino durchblättern und dabei den Luftzug im Gesicht spüren.
Auch erleben: Den Blick auf das „Dazwischen“ lenken: Was befindet sich zwischen zwei Büroschränken? Zwischen Büchern und Ordnern, zwischen Tesafilm und Klebestift, zwischen den Köpfen von Kollegen?




Achtsamkeit beim Essen:
Wie zergeht die Schokolade auf der Zunge?
Mittagspause: Konzentrieren Sie sich einige Bissen lang ganz genau auf den Geschmack des Gerichts. Tasten Sie das Essen mit der Zunge ab, erkunden Sie die Konsistenz. Beobachten Sie, wie Ihr Speichel fließt und spüren Sie, wie Ihr Getränk im Mund bitzelt.
Auch mal erleben: Nur in Gedanken eine Zitrone nehmen, sie gemächlich aufschneiden, daran riechen und hineinbeißen. Spüren Sie die Säure?




Achtsamkeit im Park:
Welche Vögel tummeln sich in den Baumkronen?
Für zwischendurch: Stehen Sie mal auf und gehen Sie ein oder zwei Minuten lang einfach durch den Raum oder über eine Wiese. Ganz ohne Ziel. Folgen Sie dabei nur Ihren Impulsen: Mal nach links, dann vielleicht rückwärts, mal in großen, mal in kleinen Schritten.
Auch mal erleben: Eine Minute lang die Ohren zuhalten und in sich hineinhorchen, dann wieder öffnen und ebenso lang die Geräusche um sich herum genau aufnehmen.




Anti-Training:
Wie hört sich Musik an, die man als unschön empfindet?
Anti-Training: Schalten Sie im Auto auf der Heimfahrt oder im Wohnzimmer zu Hause einen Radiosender ein, den Sie sonst nur ungern hören. Lauschen Sie dort einem Song: Achten Sie auf jeden einzelnen Ton, hören Sie die verschiedenen Instrumente um Aufmerksamkeit ringen. Sie denken jetzt: Warum soll ich das machen, wenn ich die Musik doch nicht mag? „Vor allem in unangenehmen Momenten achtsam zu sein, das stärkt die Psyche“, sagt der Psychiater. Wer etwa im Feierabendstau ärgerliche Gedanken loslassen kann, schützt sein Gemüt.
Auch mal probieren: Beim Zahnarzt oder im überfüllten Bus sich und die Umwelt ganz bewusst wahrnehmen, dabei unangenehme Gerüche, schrille Geräusche, negative Gefühle und Gedanken erkennen, aber auch wie eine Wolke vorbeiziehen
lassen. Denn das ist das Geheimnis von Achtsamkeit: wahrnehmen und loslassen.

Aufputschtreffen Gordon Kursleiterinnen
29. September 2017 in Zürich

Von Helena Weingartner Brunner

Als Aufputschmittel werden Substanzen bezeichnet, die sich anregend auf den Organismus auswirken. Sie können unsere Aktivität nach dem Konsum erhöhen, beschleunigen oder verbessern.

Genau so ist es uns acht Kursleiterinnen ergangen während und nach unserem Treffen im Kurs-Raum von Ella Hoffmann in Zürich. Es war ein überaus anregendes Austauschtreffen, bei dem wir unsere Erfolge, Fragen, persönlichen Stolpersteine und Nöte in die Runde brachten. Mit unterschiedlichen Methoden und didaktischen Vorgehensweisen konnten nebst den Inhalten auch Inputs für die eigenen Kurse im persönlichen Erfahrungs-Rucksack deponiert werden. Wir sammelten Anregungen und Erfolgsrezepte für die Werbung wie auch für die Durchführung vom Grundkurs und der Praxisberatungskurse. Tipps für die Überarbeitung des Kursleiterhandbuchs wurden zusammengetragen und an Moni Weber weiter geleitet.
So trennten wir uns frisch gestärkt und motiviert, jede in eine andere Richtung, heim, in das eigene Wirkungsfeld. Danke Allen für dieses wunderbare Netzwerk.

Viele Aufputschmittel können bei regelmäßigem Konsum zu einer Abhängigkeit führen.

Genau! Wir haben abgemacht, dass diese Treffen in regelmässigen Abständen weitergeführt werden sollten. Die Fortsetzung wird an der Jahresversammlung im März 2018 stattfinden. Anmelden können sich alle Kursleiterinnen mit der offiziellen Anmeldung fürs Jahrestreffen. Ich freue mich schon jetzt darauf und hoffe auf eine rege Teilnahme. Auch Neue sind herzlich willkommen.

Und ja, auch die feine Fruchtwähe hatte sehr wohl Suchtpotenzial!


Helena Weingartner Brunner
Vorstand Verein Gordon-Training
Ansprechperson für Kursleiterinnen

Homepage, Facebook und neue Texte

Liebe Leserinnen und Leser des iNPUTS

So oder so ähnlich sieht es bei Ihnen aus, wenn Sie unsere Website www.gordontraining.ch besuchen. Wir sind fortlaufend an der Arbeit, um diese übersichtlich, benutzerfreundlich und interessant zu gestalten.

So finden Sie seit Neuestem nicht nur viel Wissenswertes rund um den Verein und das Gordontraining. Sie finden auch z.B. die aktuellen Vertiefungskurse in Ihrer Region, welche Sie vielleicht suchen, um den 20%-Rabattcoupon in diesem Heft einzulösen. Oder Sie haben das Bedürfnis, das Training zu wiederholen? Als Mitglied des Vereins Gordon-Training erhalten Sie als Kurswiederholer einen Rabatt auf den regulären Kurspreis. Natürlich finden Sie auch diese Kurse auf unserer Homepage. Aber nicht nur das: unter „Artikel“ veröffentlichen wir nebst dem iNPUT in regelmässigen Abständen interessante Beiträge, welche Ihnen einen zusätzlichen “Input“ im Alltag geben sollen.

Den Anfang hat Helena Weingartner mit dem Artikel „Dummes Mami, blöde Kuh“ gemacht. Macht doch gespannt auf mehr…! Sie sehen, regelmässige Besuche auf unserer Site lohnen sich.

Und wenn wir gerade etwas Werbung in eigener Sache machen: liken Sie uns doch auf Facebook unter Verein Gordon-Training und Sie erhalten die neusten Infos, Zitate, Anregendes und auch mal was zum Schmunzeln. Wir freuen uns auf Sie.



Vereinsvorstand und Ansprechpersonen

Durch die Verabschiedung von Frank Blunier an der vergangen Mitgliederversammlung mussten die durch ihn geführten Aufgabenbereiche im Vorstand neu verteilt werden. Aus Kostengründen haben wir uns entschieden diese auf die bestehenden
Vorstandsmitglieder zu übertragen. Gerne informieren wir an dieser Stelle über die jeweiligen Ansprechpartnerinnen. Es freut uns, wenn eure Anregungen, Positives sowie Schwierigkeiten an uns gelangen und wir eine gute Beziehung zu euch pflegen dürfen. Auch danken wir für euer Verständnis, dass unsere Arbeit semiprofessionell ist und wir im Bereich der Freiwilligenarbeit unterwegs sind.

Elfriede Elbau
Finanzen, Sekretariat und Homepage
Vereinsfinanzen, Rechnungswesen, Mitgliederbeiträge und
Sekretariatsarbeiten


Emilia Meister
Redaktion iNPUT, Homepage und Kurse erfassen
Mitgliederzeitung iNPUT, Homepage, Erfassen der Kursangebote und
Ausschreibungen


Helena Weingartner Brunner
Betreuung Mitglieder, Redaktion Newsletter
Fragen und Anliegen der Vereinsmitglieder an den Verein, Praxisfragen und der Austausch von Kursleitenden mit dem Verein, Wünsche und Informationen zu den Inhalten des digitalen Newsletters

Priska Wenk
Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, Koordination Messebesuche, Werbung
Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, Werbestrategie nach Budget, Koordination und Bewilligung von Messebesuchen


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Vereinswesen, Vernetzung und Austausch, Ausrichtung der Lizenz
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